Bewusste KI? – Ja, wessen denn, zum Teufel?
Philosophen und Computerwissenschaftler sorgen sich um das empfindliche Seelchen der KI. Vielmehr sollte man sich wohl um die Philosophie sorgen.
Bisweilen überkommt mich bei der Lektüre von dampfendem Bullenexkrement das kaumwiderstehliche Bedürfnis, aus vollem Rohr zu schopenhauern. Der große Philosoph hielt ja nicht zurück mit Schimpfkanonaden. Seine Gegner – insbesondere Hegel – titulierte er als „Afterphilosophen“, „Erznarr“, „Tollhäusler“ und „Unsinnschmierer“. Schriebe er heute, würden ihn die philosophischen Habecks unserer Zeit wohl mit Beleidigungsklagen überziehen. Daher ist es ratsam, sich zu mäßigen.
Was schwer genug fällt, wenn man in der aktuellen Nature liest, dass „eine Gruppe von #Philosophen und #Computerwissenschaftlern“ auf dem Webserver arXiv einen Artikel veröffentlich hat, in welchem sie sich Gedanken um das #Wohlergehen von #KI machen. Man könne zwar noch nicht sagen, ob und wann KI „bewusst“ werde. Aber wenn es soweit sei, dann könnte es sein, dass sie auch Gefühle entwickelt oder auf andere Weise unsere moralische Berücksichtigung verdient. So könnte es etwa sein, dass wir moralische Pflichten gegenüber Systemen hätten, die bewusst sind und Ziele verfolgen, unabhängig davon, ob sie dabei auch etwas fühlen. Jedenfalls, so die Autoren, sollten wir aufpassen, denn: “They point out that failing to recognize that an AI system has become conscious could lead people to neglect it, harming it or causing it to suffer.”
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